Diesel und Biodiesel, beide Kraftstoffe für Dieselmotoren, werden oft miteinander verwechselt. Tatsächlich unterscheiden sie sich jedoch grundlegend in ihrer Herkunft, Herstellung und ihren Auswirkungen auf die Umwelt. Während Diesel ein fossiler Brennstoff ist, handelt es sich bei Biodiesel um einen regenerativen Kraftstoff. Im Folgenden werden die wichtigsten Unterschiede detailliert erläutert.
Herkunft und Herstellung
Diesel wird aus Erdöl gewonnen, einem fossilen Rohstoff, der über Millionen von Jahren aus abgestorbenen Pflanzen und Tieren entstanden ist. Die Herstellung erfolgt durch fraktionierte Destillation des Rohöls, bei der verschiedene Bestandteile aufgrund ihrer unterschiedlichen Siedepunkte getrennt werden.
Biodiesel hingegen wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie Pflanzenölen (z.B. Rapsöl, Sojaöl, Palmöl) oder tierischen Fetten hergestellt. Der Herstellungsprozess, die sogenannte Umesterung, spaltet die Triglyceride der Öle und Fette in Glycerin und Fettsäuremethylester (FAME), die den Hauptbestandteil von Biodiesel bilden.
Chemische Zusammensetzung
Dieselkraftstoff besteht aus einer komplexen Mischung von Kohlenwasserstoffen, hauptsächlich Alkane, Cycloalkane und Aromaten. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Herkunft und Raffinerieprozess.
Biodiesel besteht hauptsächlich aus Fettsäuremethylestern (FAME). Die spezifische Zusammensetzung hängt vom verwendeten Pflanzenöl oder Tierfett ab.
| Eigenschaft | Diesel | Biodiesel |
|---|---|---|
| Hauptbestandteile | Kohlenwasserstoffe | Fettsäuremethylester (FAME) |
| Sauerstoffgehalt | < 0,5% | ca. 10% |
| Schwefelgehalt | gering (durch Regulierungen begrenzt) | sehr gering |
| Cetanzahl | typischerweise 51-55 | typischerweise 51-60 |
Umweltauswirkungen
Dieselkraftstoff trägt durch die Verbrennung zur Freisetzung von Treibhausgasen, insbesondere CO2, bei und verstärkt somit den Klimawandel. Zudem entstehen bei der Verbrennung von Diesel auch Schadstoffe wie Stickoxide und Feinstaub, die die Luftqualität beeinträchtigen.
Biodiesel gilt als CO2-neutral, da das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 zuvor von den Pflanzen während ihres Wachstums der Atmosphäre entzogen wurde. Im Vergleich zu Diesel reduziert Biodiesel die Emissionen von Feinstaub und Kohlenmonoxid. Allerdings können die Emissionen von Stickoxiden je nach Motor und Betriebsbedingungen höher sein. Die Umweltbilanz von Biodiesel hängt stark von der Art des verwendeten Rohstoffs und der Anbaumethode ab. Problematisch kann der Anbau von Energiepflanzen auf landwirtschaftlichen Flächen sein, die eigentlich für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden könnten.
Eigenschaften und Verwendung
Diesel hat eine höhere Energiedichte als Biodiesel, was bedeutet, dass pro Liter mehr Energie freigesetzt wird. Biodiesel ist hygroskopisch, d.h. er neigt dazu, Wasser aufzunehmen, was zu Korrosion und Algenbildung im Tank führen kann. Bei niedrigen Temperaturen kann Biodiesel gelieren, was die Fließfähigkeit beeinträchtigt.
Biodiesel kann in vielen Dieselmotoren pur oder als Beimischung zu fossilem Diesel verwendet werden. Die Verträglichkeit mit älteren Motoren und Dichtungen sollte jedoch im Einzelfall geprüft werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Diesel und Biodiesel zwar beide als Kraftstoff für Dieselmotoren dienen, sich aber in ihrer Herkunft, Herstellung, chemischen Zusammensetzung und ihren Umweltauswirkungen deutlich unterscheiden. Biodiesel bietet als regenerativer Kraftstoff das Potenzial, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Treibhausgasemissionen zu senken. Allerdings müssen auch die potenziellen Nachteile, wie der Flächenbedarf für den Anbau von Energiepflanzen, berücksichtigt werden. Die Wahl des richtigen Kraftstoffs hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Umweltziele, der Motorverträglichkeit und der Verfügbarkeit.


